Kursangebote

Titel «...was mir im Herzen sehnlichst brannte»
Startdatum 31.05.2019
Enddatum 08.06.2019
Startzeit 00:00
Endzeit 23:59
Form Wanderexerzitien
Veranstaltungsort Andalusien
Kursleitung Theres Spirig-Huber und Karl Graf
Kosten
Informationen Baldige Anmeldung wegen beschränkter Platzzahl
Website http://www.spirituelle-begleitung.ch
Beschreibung

Johannes vom Kreuz, der bedeutendste spanische Mystiker und Poet des 16. Jahrhunderts, engagierte sich zusammen mit Teresa von Avila für die Reform des Karmeliterordens. Seine reformfeindlichen Mitbrüder hielten ihn deshalb 1578 im Kloster in Toledo gefangen. Er konnte jedoch aus der brutalen Haft nach Andalusien fliehen.

Sein intensives spirituelles Suchen beschrieb Johannes als Suche nach dem, was «mir im Herzen sehnlichst brannte». Er war nicht nur Reformer und Kämpfer, sondern auch Poet. Er besang die einmalige andalusische Atmosphäre als «einsame waldige Täler, rauschende Flüsse, Flüstern der liebkosenden Winde». Hier erfuhr er die Kraft der Stille, die er in seinem «Cantico» als «die Musik der Stille, Einsamkeit voller Klänge» beschrieb.

Wir werden in Andalusien auf den Spuren des Johannes unterwegs sein und nach dem suchen, was uns «im Herzen sehnlichst» brennt. Wir werden im schweigenden Wandern durch Olivenhaine und bewaldete Täler etwas von der Kraft der Stille Andalusiens erleben. Wir begegnen auch Karmelitermönchen, die die Spiritualität des Johannes vom Kreuz und seiner Mitstreiterin Teresa von Avila heute leben und uns anregen können, nach unserer eigenen Spiritualität in unserer eigenen Lebenssituation zu suchen.

In Andalusien begegnen wir neben vielfältigen architektonischen ebenso auch poetischen Zeugnissen aus der maurisch-muslimischen Kultur wie der Poesie von Ibn Arabi oder der Prinzessin Umm Al-Kiram und aus der maurisch-hebräischen Kultur wie in den Schriften von Moses Maimonides oder in der Poesie von Shelmo Ibn Gabriol. Neben den vielfältigen Spuren der wechselvollen Geschichte des interreligiösen Miteinanders in Andalusien werden wir auch Menschen begegnen, die sich heute unter schwierigen Umständen im interreligiösen Dialog engagieren.

Als Wanderexerzitien gestaltet werden wir das Unterwegssein mit dem Geist der Exerzitien und den Herausforderungen der Gegenwart verbinden. Wir laden dazu ein, jeden Tag neu aufzubrechen und sich an Johannes‘ Verbindung von Mystik und Engagement zu orientieren.

Wir sind überzeugt, dass diese Wegerfahrungen zuhause nachwirken werden, im ganz konkreten privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Alltag. Wir werden jeden Tag mit einem spirituellen Impuls beginnen, ein Stück Weg zu Fuss in Stille unterwegs sein und Gelegenheit zu Einzelgesprächen haben.

Theres Spirig-Huber und Karl Graf

 

Flyer

Voraussetzungen
Methodische Elemente
Zielgruppe
Tagesablauf

1. Tag, Freitag, 31. Mai 2019

Zürich - Madrid - Granada

Frühmorgens Abflug mit Iberia nach Madrid und Weiterflug nach Granada. Schon bald wird uns Granada gefangen nehmen: mit der «Capilla Real», wo die «Katholischen Könige» Ferdinand und Isabella begraben sind,tauchen wir in die spanische Geschichte ein. Mit einem kurzen Blick in die imposante Kathedrale und einem Bummel durch den danebenliegenden Teil der Altstadt beschliessen wir unseren ersten Tag in den Strassen Granadas. Danach treffen wir uns ein erstes Mal zur täglichen Abendrunde im Hotel. Mit dem Nachtessen, ebenfalls im Hotel, beenden wir den ersten Tag.

 

2. Tag, Samstag, 1. Juni 2019

Granada - Die Welt des Johannes kennen lernen

Meine Welt neu in den Blick bekommen

Nach einem Impuls zum Tagesthema erkunden wir die Stadt, in der Johannes vom Kreuz ein Kloster gründete und längere Zeit verweilte. Hier schrieb er den «Cantico», ein mystisches Gedicht von grosser Schönheit. Mit der Alhambra können wir ein Juwel maurischer Baukunst entdecken, über das der muslimische Poet Ibn Zamrak schrieb: «Ein Garten voller Wunder, den Gott der Welt geschenkt». Juan Vera, bestens mit Granada vertraut, wird uns in die Geheimnisse der Alhambra und der nebenan liegenden Generalife-Gärten einführen. Am Abend laden die Tapas-Bars und Restaurants der Stadt zum Nachtessen ein. Übernachtung in Granada.

 

3. Tag, Sonntag, 2. Juni 2019

Unterwegs nach Úbeda - Auf den Wegen des Johannes

Auf meine Sehnsucht achten

Wir fahren durch malerische Olivenhaine und wandern im Naturschutzgebiet der Sierra Mágina. So lernen wir Wege kennen, wie sie Johannes immer wieder unter die Füsse genommen hat. Wir werden auch – wohl sehr ähnlich wie Johannes – in der wunderschönen Natur ein Picnic geniessen. Nach einer kurzen Busfahrt gelangen wir nach Ùbeda, dem Sterbeort von Johannes. Hier kommen wir im Kloster der Karmeliter ins Gespräch mit Pater Fernando, der uns auch in seiner «Casa de Espiritualidad» beherbergen wird. Nachtessen und Übernachtung in der «Casa de Espiritualidad».

 

4. Tag, Montag, 3. Juni 2019

Úbeda und Beas de Seguro - Wirkungsorte des Johannes

Gottes Wirken in meinem Leben

Heute führt uns Andrea Pezzini, der Direktor der «Wassersynagoge» von Úbeda, durch die erst kürzlich entdeckte Synogoge mit dem jüdischen Bad (Mikweh) im Untergeschoss und erzählt uns die überraschende Ge

schichte «seiner» Synagoge. Anschliessend machen wir uns auf den Weg nach Beas, wo Teresa von Avila ein Kloster gegründet hatte, in dem sich Johannes von den Strapazen seiner Gefangenschaft erholen konnte. Wir werden einige Zeit auf den Spuren der beiden Heiligen wandern und uns mit ihrer Botschaft auseinandersetzen. Am Nachmittag geht es zurück nach Úbeda, wo wir im Garten der «Casa de Espiritualidad» Zeit und Stille geniessen können. Zudem werden wir auch einen kurzen Einblick ins klostereigene Museum erhalten. Úbeda hat – wie die anderen spanischen Städte – ausgezeichnete Restaurants, die zum Nachtessen einladen. Übernachtung im «Casa de Espiritualidad».

 

5. Tag, Dienstag, 3. Juni 2019

Andújar und Córdoba – Unterwegssein als Grundhaltung

Weitergehen und loslassen, um anzukommen

Wir verlassen Úbeda und machen im Städtchen Andújar Halt, wo eine Original-Handschrift des Johannes aufbewahrt ist, ein Notizheft, das er immer bei sich trug, wenn er unterwegs war. In der dortigen Kirche wird uns Antonio, der Sakristan, Spannendes zu erzählen haben. Da-nach bringt uns der Bus in die Hügel nahe Córdoba. Dort verweilen wir in den Gärten der Karmeliter-Ermitagen. Anschliessend wandern wir hinunter Richtung Córdoba, wo uns die wunderschöne Altstadt mit ihrer wohl weltweit einmaligen interreligiösen Geschichte erwartet. Nachtessen und Übernachtung in Córdoba.

 

6. Tag, Mittwoch, 4. Juni 2019

Córdoba – Johannes, Mystiker und Handwerker

Liebevolles und ruhiges Aufmerken auf Gott in allem Tun

In Córdoba hat Johannes die Novizen in Spiritualität unterrichtet. Neben seiner Erziehertätigkeit war er Klostergründer, geistlicher Begleiter, Seelsorger, Handwerker, Krankenpfleger, Schriftsteller. Sein Kernanlie-gen umschrieb er einmal als «liebevolles und ruhiges Aufmerken auf Gott» in allem Tun. Am Morgen nehmen wir uns Zeit, die Mezquita, die grossartige, weltweit einzigartige maurische Moscheekathedrale zu besuchen, deren Atmosphäre sich wohl niemand entziehen kann. Nach dem Mittagessen (individuell in Córdobas Altstadt) gehen wir zusammen in die fürstlichen Gärten «Reales Alcázares», wo wir Zeit zum Verweilen haben werden. Gegen Abend treffen wir uns mit Menschen aus Córdoba, die den interreligiösen Dialog auch heute pflegen, allerdings unter sehr schwierigen Bedingungen. Nachtessen und Übernachtung in Córdoba.

 

7. Tag, Donnerstag, 6. Juni 2019

Sevilla - Die dunkle Nacht

Leiden wahr-nehmen

Wir brechen auf und wandern - nach einer längeren Busfahrt – auf der Via de la Plata in Richtung Sevilla. Dort angekommen, gewinnen wir einen ersten Eindruck von der Stadt, in der Teresa unter schwierigen Umständen ein Kloster gründete, das noch heute besteht. Sevilla ist jedoch auch die Stadt, von der aus Kolumbus nach Westindien startete. Und hier wurden das Gold und die geraubten Güter ausgeladen, die die Conquistadores nach Spanien verschifft hatten. Wir werden auch vom Dominikaner Bartolomé de las Casas hören, der diesen Kolonialismus scharf kritisierte. Nachtessen und Übernachtung in Sevilla.

 

8. Tag, Freitag, 7. Juni 2019

Sevilla – Gottsuche und Widerstand

Umgang mit Widerstand, Gott wirken lassen

«... was mir im Herzen sehnlichst brannte» – von dieser Sehnsucht liessen sich Johannes, Teresa wie auch Ibn Arabi entschieden leiten, gegen alle Widerstände. Wir erkunden die Stadt Sevilla, hören vom muslimischen Mystiker Ibn Arabi, der bis zu seiner Vertreibung durch die maurischen Herrscher in Sevilla lebte, und treffen Francisco Herrera del Pueyo, den Präsidenten des «proyecto hombre» («Projekt Mensch») zum Gespräch. Er erzählt uns von den Erfahrungen im Rahmen des Engagements für Menschen am Rande. Wir werden auch freie Zeit und Gelegenheit haben, in dieser wunderbaren Stadt zu bummeln oder in den Gärten des Parque Marie-Luisa Pflanzen und Bäumen aus aller Welt zu bewundern. Am Abend werden wir gemeinsam in einem wunderschönen Restaurant ein festliches Abschlussessen einnehmen. Die letzte Nacht in Spanien verbringen wir nochmals in Sevilla.

 

9. Tag, Samstag, 8. Juni 2019

Sevilla - Madrid - Zürich

Rückkehr in meinen Alltag

Am letzten Tag unserer Reise auf den Spuren des Johannes vom Kreuz nehmen wir uns Zeit für den Rückblick auf die vergangenen Tage und einen Gottesdienst. Danach heisst es aufbrechen: nach einer kurzen Fahrt sind wir am Flughafen Sevilla, von wo wir via Madrid in die Schweiz fliegen. Um ca. 18.00 Uhr landen wir auf dem Flughafen Zürich.

 

Programmänderungen bleiben vorbehalten.

Anhang

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